Stefan Schridde: Mythos Wegwerfgesellschaft
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Wer kennt das nicht? Konsumprodukte, die kurzlebig gebaut sind und vorzeitig kaputt gehen. Ist das vom Hersteller so gewollt? Hat der Kampf um die höchsten Gewinne tatsächlich dazu geführt, dass nur noch für die Mülltonne produziert wird? Doch was ist mit der Umwelt, mit den Ressourcen und meinem Geldbeutel? Müssen wir uns wirklich ständig neue Produkte kaufen oder geht es auch anders?
Obsoleszenz und ihre Schadfolgen sind im Fokus der Debatten um Kreislaufkonzepte und Wachstumseuphorie angekommen. Die vom Menschen gemachte Obsoleszenz („anthropogene Obsoleszenz“) entsteht durch Entscheidungen, die in Handlungen, Unterlassungen, Vorgaben und deren Wirkung münden. Ebenso wie die vom Menschen getriebenen Handlungen den zyklischen Klimawandel der begonnenen Warmzeit („Holozän“) beschleunigen, so führt die meistens von ökonomischen Interessen getriebene Verkürzung der Nutzungsdauern von Ressourcen zu einer Beschleunigung der anthropogenen Obsoleszenz, die in ihren Schadfolgen zu sozialen Ungerechtigkeiten, Wohlstandsverlusten, ökonomischen Folgeschäden und einer ruinösen Ressourcenverschwendung und –verknappung führt.
Der Lebensraum der Menschen wurde und wird nach wie vor durch die anthropogene Obsoleszenz ebenso folgenschwer transformiert wie durch den vom Menschen verstärkten Klimawandel. Die Bedeutung einer breiten Debatte um die Schadfolgen der anthropogenen Obsoleszenz und der dringend gebotenen Entwicklung von umsetzbaren Gegensteuerungsmaßnahmen und Lösungen ist von ebenso herausragender Bedeutung. Diese Relevanz wird mittlerweile auf europäischer Ebene erkannt und klar durch die Anforderungen der Sustainable Development Goals (insbesondere SDG 8 und 12) adressiert. Stefan Schridde belegt die geplante Obsoleszenz von Hersteller und Handel in seinem Vortrag an typischen Beispielen und zeigt auf, was wir tun können, um die anthropogene Obsoleszenz zu beenden.
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