Alexander Sängerlaub: Die desinformierte Gesellschaft? Wie der digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit Populismus und Fake News begünstigt

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Vor sieben Jahren haben wir mit dem „arabischen Frühling“ noch die Partizipationsmöglichkeiten im Netz euphorisch gepriesen und die Chancen gelobt. Doch der Diskurs hat sich um 180° gedreht: In „Neuland“, wie die Kanzlerin das Internet in einer Pressekonferenz mit Barack Obama bezeichnet hat, herrschen heute scheinbar Social Bots, Fake News und Hate Speech: Gerade soziale Netzwerke schaffen ein Informations- und Mediensystem, das eine enorme Herausforderung für demokratische Prozesse und deren Institutionen gleichermaßen darstellt und scheinbar vor allem Populisten begünstigt.

Gleichzeitig kämpfen die alten journalistischen Gatekeeper im Digitalen gegen die Übermacht der Plattformen an und das in einer Zeit, in der zeitgemäße journalistische Geschäftsmodelle weitestgehend fehlen. Die Debatte um “Fake-News” steht symptomatisch für diesen Wandel, zahlreiche Beispiele von „Pizzagate“ im US-Wahlkampf bis zum Referendum in Irland oder der Skandal um Cambridge Analytica belegen die Probleme, die Desinformation und die Auswüchse digitaler Technologien für Demokratie verursachen.